Havanna: Zwischen bröckelndem Kolonialputz und Oldtimer-Chrom
Havanna ist keine Stadt, die sich herausputzt – sie zeigt ihre Risse offen, und genau darin liegt ihr Reiz. Zwischen pastellfarbenen, oft verfallenen Fassaden rattern pinke Cadillacs aus den Fünfzigern, während aus offenen Fenstern Trompeten und Congas dringen. Wer Havanna verstehen will, muss sich auf Warteschlangen, Stromausfälle und improvisiertes Leben einlassen – und wird dafür mit einer Intensität belohnt, die kaum eine andere Karibikstadt bietet.
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Habana Vieja
Die UNESCO-Altstadt mit ihren vier Hauptplätzen (Plaza Vieja, Plaza de Armas, Plaza de la Catedral, Plaza San Francisco) zeigt spanische Kolonialarchitektur in allen Verfallsstadien.
Malecón
Die acht Kilometer lange Uferpromenade ist Havannas soziales Wohnzimmer – abends treffen sich hier Angler, Verliebte und Musiker bei Sonnenuntergang über der Meerenge von Florida.
Capitolio Nacional
Das dem US-Kapitol nachempfundene Gebäude von 1929 wurde aufwendig restauriert und beherbergt heute wieder die Nationalversammlung.
Fábrica de Arte Cubano
In einer ehemaligen Ölfabrik verbindet dieser Kunst- und Nachtclub-Komplex Ausstellungen, Live-Musik und Cocktailbars unter einem Dach.
Museo de la Revolución
Im ehemaligen Präsidentenpalast erzählt die Ausstellung schonungslos und propagandistisch zugleich die Geschichte der kubanischen Revolution.
Callejón de Hamel
Diese von Salvador González gestaltete Gasse ist ein Freiluftmuseum afrokubanischer Kunst mit sonntäglichen Rumba-Sessions.
Fortaleza San Carlos de la Cabaña
Die riesige Festungsanlage jenseits der Bucht bietet den besten Blick auf die Skyline und beherbergt abends die traditionelle Kanonenschuss-Zeremonie.
Ein Beispieltag
Essen & Trinken
Die kubanische Küche ist einfach, deftig und stark von spanischen und karibischen Einflüssen geprägt.
Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von November bis April, wenn es weniger schwül ist und Hurrikans ausgeschlossen sind; Dezember und Januar sind angenehm kühl, aber auch am touristischsten.
Die Altstadt erkundet man am besten zu Fuß, für längere Strecken sind die knallbunten Coco-Taxis oder klassische Almendrones (geteilte Oldtimer-Sammeltaxis) günstig und authentisch; offizielle Taxis sollte man vor Fahrtantritt verhandeln, da Taxameter selten funktionieren.
Wechsle Geld nicht am Flughafen oder im Hotel, sondern in einer CADECA-Wechselstube in der Stadt, und halte immer etwas Bargeld in Euro bereit, da Kartenzahlung in Kuba oft unmöglich ist.
Häufige Fragen
Braucht man ein Visum für Kuba?+
Ja, die meisten Reisenden benötigen eine Touristenkarte (Tarjeta de Turista), die man vorab online oder über die Fluggesellschaft beantragt.
Kann man in Havanna mit Kreditkarte zahlen?+
Kaum – amerikanische Karten funktionieren wegen des Embargos generell nicht, und selbst andere Karten werden oft nicht akzeptiert, daher ist ausreichend Bargeld in Euro unverzichtbar.
Ist Havanna sicher für Touristen?+
Grundsätzlich ja, Gewaltkriminalität gegen Touristen ist selten, aber Taschendiebstahl und Wechselbetrug in der Altstadt kommen vor, also Wertsachen im Blick behalten.
Praktisch für die Reise
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