Sarajevo: Wo sich Orient und Okzident auf einer Straße treffen
Kaum eine Stadt zeigt so unmittelbar, wie osmanische, österreich-ungarische und sozialistische Schichten übereinanderliegen, wie Sarajevo. Auf der Ferhadija-Straße markiert eine Bodenmarkierung namens „Sarajevo Meeting of Cultures" buchstäblich den Punkt, an dem sich orientalische Basargassen in Wiener Prachtboulevards verwandeln. Zugleich ist die Stadt noch immer sichtbar geprägt von der Belagerung der 1990er-Jahre – und gerade diese Ehrlichkeit macht den Besuch so eindringlich.
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Baščaršija
Der historische osmanische Basarkern mit Kupferschmieden, Sebilj-Brunnen und engen Gassen – das pulsierende Herz der Altstadt.
Gazi-Husrev-Beg-Moschee
Die bedeutendste osmanische Moschee des Balkans aus dem 16. Jahrhundert, mit ruhigem Innenhof und reich verziertem Gebetsraum.
Lateinerbrücke
An dieser unscheinbaren Brücke über die Miljacka wurde 1914 Erzherzog Franz Ferdinand erschossen – Auslöser des Ersten Weltkriegs.
Tunnel der Rettung (Tunel spasa)
Ein erhaltenes Stück des Geheimtunnels unter dem Flughafen, der Sarajevo während der Belagerung 1992–1996 mit Vorräten versorgte.
Vijećnica (Rathaus)
Das pseudo-maurische Prachtgebäude der Österreicher, im Krieg ausgebrannt und heute wieder als Bibliothek und Museum aufwendig restauriert.
Gelbe Festung (Žuta tabija)
Ein Aussichtspunkt oberhalb der Altstadt mit Panoramablick über die Dächer Sarajevos, besonders schön bei Sonnenuntergang und Ramadan-Kanonenschuss.
Tunnel-Museum-Nachbarschaft Butmir
Das Wohnviertel rund um den Tunnel, in dem noch heute Einschusslöcher und Granatennarben an die Kriegsjahre erinnern.
Ein Tag in Sarajevo
Essen & Trinken
Die bosnische Küche ist deftig, von langen osmanischen Traditionen geprägt und wird traditionell in kleinen Ćevabdžinicas serviert.
April bis Juni sowie September und Oktober bieten mildes Wetter für Stadterkundungen und Wanderungen in die umliegenden Berge. Der Hochsommer kann in der Kessellage drückend heiß werden, während der Winter mit Schnee und den nahen Skigebieten von Jahorina und Bjelašnica lockt, die schon 1984 olympische Winterspiele austrugen.
Die kompakte Altstadt lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden, für weiter entfernte Ziele wie den Tunnel der Rettung fahren alte gelbe Straßenbahnen oder günstige Taxis. Die historische Tramlinie 3 gilt als eine der ältesten innerstädtischen Straßenbahnen Europas.
Steigt am späten Nachmittag zur Gelbe Festung hinauf und bleibt bis zum Muezzinruf zum Sonnenuntergang – von dort verschmelzen die Minarette, Kirchtürme und roten Ziegeldächer zu einem Bild, das die Vielschichtigkeit der Stadt besser erklärt als jedes Museum.
Häufige Fragen
Ist Sarajevo sicher zu bereisen?+
Ja, die Stadt ist heute sicher und touristisch gut erschlossen. Lediglich abseits markierter Wege in Bergregionen sollte man wegen vereinzelter Minenreste aus dem Krieg auf ausgeschilderten Pfaden bleiben.
Wie viele Tage sollte man für Sarajevo einplanen?+
Zwei bis drei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt und den Tunnel der Rettung; wer noch Jahorina oder Bjelašnica besuchen möchte, plant besser vier Tage ein.
Braucht man in Sarajevo Bargeld oder wird Karte akzeptiert?+
In Restaurants und größeren Geschäften wird meist Karte akzeptiert, doch auf dem Basar, in kleinen Ćevabdžinicas und für Taxis empfiehlt sich Bargeld in Konvertible Mark.
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