Jordanien

Petra: Die Felsenstadt der Nabatäer im Wadi Musa

Petra ist keine Ruinenstätte, die man in zwei Stunden abhakt, sondern eine ganze in Sandstein gehauene Stadt, die sich über Kilometer durch Schluchten und Felswände zieht. Die Nabatäer schufen hier vor über 2000 Jahren Fassaden, Tempel und Wasserleitungen von erstaunlicher Präzision, und bis heute leben Beduinenfamilien aus dem Umland als Guides, Teeverkäufer und Kamelführer zwischen den Ruinen. Wer nur zum Schatzhaus geht und umkehrt, sieht kaum ein Zehntel dessen, was Petra wirklich ausmacht.

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Sehenswürdigkeiten

1

Al-Khazneh (Schatzhaus)

Die berühmte, 40 Meter hohe Grabfassade, die sich nach dem engen Siq plötzlich vor einem öffnet – am eindrucksvollsten im frühen Morgenlicht.

2

Der Siq

Die 1,2 Kilometer lange, teils nur wenige Meter breite Felsschlucht, durch die man zu Fuß oder per Kutsche zum Schatzhaus gelangt.

3

Ad-Deir (Kloster)

Eine noch größere Fassade als das Schatzhaus, erreichbar über rund 800 in den Fels gehauene Stufen – oben lohnt der Blick über die Wüstenberge.

4

Straße der Fassaden und Königsgräber

Eine Reihe monumentaler Grabfassaden entlang des Hauptwegs, darunter das Urnen- und das Palastgrab mit ihren markanten Farbschichten im Sandstein.

5

Das Römische Theater

Ein direkt in den Fels geschlagenes Amphitheater für rund 8500 Zuschauer, das die Nabatäer bauten und die Römer später erweiterten.

6

Hohes Opferplatz (High Place of Sacrifice)

Ein Bergheiligtum mit weitem Rundblick über ganz Petra, erreichbar über einen steileren, aber lohnenden Wanderweg.

7

Little Petra (Siq al-Barid)

Eine kleinere, ruhigere Schwesterstätte einige Kilometer nördlich, mit ähnlichen Fassaden und deutlich weniger Besuchern.

Ein Beispieltag

6:00
Eingang Bab as-Siq Früh starten, um durch den Siq zu gehen, bevor die Tagesgruppen eintreffen.
7:00
Al-Khazneh Das Schatzhaus im weichen Morgenlicht bewundern, wenn die Fassade noch kaum Schatten wirft.
9:00
Straße der Fassaden & Theater Vorbei an den Königsgräbern zum römischen Theater schlendern.
12:00
Basin Restaurant nahe Qasr al-Bint Mittagspause mit Blick auf die Tempelruinen, bevor der lange Aufstieg beginnt.
14:00
Ad-Deir (Kloster) Die 800 Stufen hinaufsteigen und mit Tee bei den Beduinenständen oben die Aussicht genießen.

Essen & Trinken

Die jordanische Küche rund um Petra ist herzhaft, oft auf offenem Feuer oder unter der Erde gegart und wird gern in großer Runde geteilt.

Mansaf · Jordaniens Nationalgericht: Lammfleisch in fermentierter Joghurtsauce (Jameed) auf Reis, traditionell mit den Fingern gegessen.
Zarb · Fleisch und Gemüse, die in einer unterirdischen Grube gegart werden – eine Spezialität, die viele Beduinencamps rund um Petra anbieten.
Maqluba · Ein 'umgedrehter' Auflauf aus Reis, Gemüse und Huhn oder Lamm, der beim Servieren gestürzt wird.
Beduinentee mit Sage (Maramiya) · Gesüßter Schwarztee mit frischem Salbei, der an fast jeder Ecke in Petra von Beduinen angeboten wird.
Beste Reisezeit

Die angenehmsten Monate sind März bis Mai und September bis November, wenn Tagestemperaturen um 20-25°C herrschen; im Hochsommer wird es in der schattenlosen Schlucht oft über 35°C, im Winter kann es nachts empfindlich kalt werden.

Fortbewegung vor Ort

Innerhalb von Petra bewegt man sich zu Fuß, alternativ gegen Aufpreis per Pferd, Esel oder Kutsche durch den Siq; zum Ausgangsort Wadi Musa gelangt man von Amman oder Aqaba am bequemsten mit dem Taxi, Mietwagen oder Überlandbus (JETT).

Insider-Tipp

Kauft am Eingang ein Zwei- oder Drei-Tages-Ticket statt der Tageskarte: Petra ist so groß, dass man locker zwei Tage braucht, und beim zweiten Besuch könnt ihr vor Sonnenaufgang losgehen, wenn der Siq noch fast menschenleer ist.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit sollte man für Petra einplanen?+

Für die Highlights reicht ein voller Tag, doch mit Ad-Deir, Little Petra und den Nebenwegen lohnen sich zwei bis drei Tage.

Ist der Weg zum Kloster Ad-Deir anstrengend?+

Ja, es geht über rund 800 unregelmäßige Steinstufen bergauf; wer nicht laufen möchte, kann sich gegen Gebühr einen Esel mieten.

Braucht man in Petra unbedingt einen Guide?+

Nötig ist es nicht, da die Hauptwege gut ausgeschildert sind, aber ein lokaler Beduinen-Guide erklärt Geschichte und versteckte Ecken, die man sonst verpasst.

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