Japan

Kyoto: Zwischen 1600 Tempeln und stillen Bambushainen

Kyoto war über tausend Jahre lang Japans Kaiserstadt, und man spürt es an jeder Ecke: über 1600 buddhistische Tempel, 400 Shinto-Schreine und Viertel, in denen abends noch echte Geiko und Maiko zu Terminen eilen. Anders als Tokio tickt Kyoto langsamer – die Stadt liegt in einem Talkessel, umgeben von bewaldeten Hügeln, und viele der schönsten Orte erschließen sich erst zu Fuß oder per Rad. Wer nur Kinkaku-ji und Fushimi Inari abhakt, verpasst die eigentliche Stadt dahinter.

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Sehenswürdigkeiten

1

Fushimi Inari Taisha

Tausende orangerote Torii-Tore schlängeln sich den Inari-Berg hinauf; wer vor 7 Uhr da ist, hat die oberen Abschnitte fast für sich allein.

2

Kinkaku-ji (Goldener Pavillon)

Der mit Blattgold überzogene Zen-Tempel spiegelt sich im Teich – am eindrucksvollsten im schrägen Morgenlicht oder bei leichtem Schneefall.

3

Arashiyama-Bambushain

Ein kurzer, aber magischer Pfad durch meterhohe Bambusstämme, direkt neben dem Tenryu-ji-Tempel und der Togetsukyo-Brücke.

4

Kiyomizu-dera

Der auf Holzpfählen ruhende Tempelbau bietet einen weiten Blick über Kyoto; die Gassen davor, Sannenzaka und Ninenzaka, sind ideal für einen Spaziergang.

5

Gion

Das historische Geisha-Viertel mit Holzfassaden und Teehäusern entlang der Hanamikoji-Straße, besonders stimmungsvoll in der Abenddämmerung.

6

Nijo-jo

Die einstige Residenz der Tokugawa-Shogune mit den berühmten 'Nachtigallenböden', die beim Betreten quietschen, um Attentäter zu warnen.

7

Philosophenweg

Ein ruhiger Kanalweg zwischen Ginkaku-ji und Nanzen-ji, gesäumt von Kirschbäumen, benannt nach dem Philosophen Nishida Kitaro, der hier meditierend spazierte.

Ein Beispieltag

7:00
Fushimi Inari Taisha Aufstieg zu den oberen Torii-Toren, solange es noch ruhig ist
10:00
Kiyomizu-dera & Sannenzaka Tempelbesuch, danach Bummel durch die historischen Gassen
13:00
Nishiki-Markt Mittagssnack und Verkostung von Obanzai-Spezialitäten
15:30
Arashiyama-Bambushain & Tenryu-ji Spaziergang durch den Bambus, danach Blick auf den Zen-Garten
18:30
Gion Abendspaziergang durch die Hanamikoji-Straße, mit etwas Glück eine Maiko auf dem Weg zur Arbeit

Essen & Trinken

Kyotos Küche, Kyo-ryori, gilt als Wiege der japanischen Haute Cuisine und legt Wert auf Saisonalität und feine Zubereitung.

Kaiseki · Mehrgängiges, kunstvoll komponiertes Menü, das die Jahreszeit auf dem Teller abbildet – Ursprung in der Kyotoer Teezeremonie.
Yudofu · In Dashi-Brühe simmernder Tofu, seit Jahrhunderten ein Klassiker der Tempelküche rund um Nanzen-ji.
Yuba · Die Haut, die beim Erhitzen von Sojamilch entsteht, wird in Kyoto frisch und roh serviert oder in Suppen gereicht.
Obanzai · Hausmannskost aus kleinen Gemüsegerichten, wie sie traditionell in Kyotoer Küchen zubereitet wird, oft im Nishiki-Markt zu probieren.
Beste Reisezeit

Am schönsten ist Kyoto während der Kirschblüte Ende März bis Anfang April und im Herbst (Mitte November) zur Ahornlaub-Saison, allerdings auch am vollsten – wer es ruhiger mag, kommt im Juni (vor der Regenzeit) oder im Januar.

Fortbewegung vor Ort

Die Stadt ist mit Bus und der übersichtlichen Subway (zwei Linien) gut erschlossen, für viele Ecken lohnt sich aber ein Fahrrad, das man günstig mieten kann. Ein Tagesticket für Bus oder Bus+Bahn spart bei mehreren Etappen deutlich Geld.

Insider-Tipp

Besuchen Sie Fushimi Inari bereits kurz nach Sonnenaufgang – nicht nur wegen der Reisegruppen, sondern weil das frühe Licht durch die Torii-Reihen ein ganz anderes Fotomotiv schafft als tagsüber.

Häufige Fragen

Wie viele Tage sollte man für Kyoto einplanen?+

Für die wichtigsten Tempel und Viertel sind mindestens 3 volle Tage sinnvoll, wer auch Nara oder Uji als Tagesausflug einbauen möchte, sollte 4-5 Tage einplanen.

Ist Kyoto von Tokio aus gut erreichbar?+

Ja, der Shinkansen braucht von Tokio nach Kyoto etwa 2 Stunden 15 Minuten und fährt mehrmals stündlich, ein Japan Rail Pass lohnt sich bei mehreren Städten auf der Route.

Kann man Geishas in Gion einfach fotografieren?+

Maiko und Geiko sind Berufstätige auf dem Weg zu Terminen, spontane Fotos aus der Nähe gelten als unhöflich und sind in Teilen von Gion mittlerweile sogar untersagt – aus Respekt lieber aus der Distanz.

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