Kyoto: Zwischen 1600 Tempeln und stillen Bambushainen
Kyoto war über tausend Jahre lang Japans Kaiserstadt, und man spürt es an jeder Ecke: über 1600 buddhistische Tempel, 400 Shinto-Schreine und Viertel, in denen abends noch echte Geiko und Maiko zu Terminen eilen. Anders als Tokio tickt Kyoto langsamer – die Stadt liegt in einem Talkessel, umgeben von bewaldeten Hügeln, und viele der schönsten Orte erschließen sich erst zu Fuß oder per Rad. Wer nur Kinkaku-ji und Fushimi Inari abhakt, verpasst die eigentliche Stadt dahinter.
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Fushimi Inari Taisha
Tausende orangerote Torii-Tore schlängeln sich den Inari-Berg hinauf; wer vor 7 Uhr da ist, hat die oberen Abschnitte fast für sich allein.
Kinkaku-ji (Goldener Pavillon)
Der mit Blattgold überzogene Zen-Tempel spiegelt sich im Teich – am eindrucksvollsten im schrägen Morgenlicht oder bei leichtem Schneefall.
Arashiyama-Bambushain
Ein kurzer, aber magischer Pfad durch meterhohe Bambusstämme, direkt neben dem Tenryu-ji-Tempel und der Togetsukyo-Brücke.
Kiyomizu-dera
Der auf Holzpfählen ruhende Tempelbau bietet einen weiten Blick über Kyoto; die Gassen davor, Sannenzaka und Ninenzaka, sind ideal für einen Spaziergang.
Gion
Das historische Geisha-Viertel mit Holzfassaden und Teehäusern entlang der Hanamikoji-Straße, besonders stimmungsvoll in der Abenddämmerung.
Nijo-jo
Die einstige Residenz der Tokugawa-Shogune mit den berühmten 'Nachtigallenböden', die beim Betreten quietschen, um Attentäter zu warnen.
Philosophenweg
Ein ruhiger Kanalweg zwischen Ginkaku-ji und Nanzen-ji, gesäumt von Kirschbäumen, benannt nach dem Philosophen Nishida Kitaro, der hier meditierend spazierte.
Ein Beispieltag
Essen & Trinken
Kyotos Küche, Kyo-ryori, gilt als Wiege der japanischen Haute Cuisine und legt Wert auf Saisonalität und feine Zubereitung.
Am schönsten ist Kyoto während der Kirschblüte Ende März bis Anfang April und im Herbst (Mitte November) zur Ahornlaub-Saison, allerdings auch am vollsten – wer es ruhiger mag, kommt im Juni (vor der Regenzeit) oder im Januar.
Die Stadt ist mit Bus und der übersichtlichen Subway (zwei Linien) gut erschlossen, für viele Ecken lohnt sich aber ein Fahrrad, das man günstig mieten kann. Ein Tagesticket für Bus oder Bus+Bahn spart bei mehreren Etappen deutlich Geld.
Besuchen Sie Fushimi Inari bereits kurz nach Sonnenaufgang – nicht nur wegen der Reisegruppen, sondern weil das frühe Licht durch die Torii-Reihen ein ganz anderes Fotomotiv schafft als tagsüber.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für Kyoto einplanen?+
Für die wichtigsten Tempel und Viertel sind mindestens 3 volle Tage sinnvoll, wer auch Nara oder Uji als Tagesausflug einbauen möchte, sollte 4-5 Tage einplanen.
Ist Kyoto von Tokio aus gut erreichbar?+
Ja, der Shinkansen braucht von Tokio nach Kyoto etwa 2 Stunden 15 Minuten und fährt mehrmals stündlich, ein Japan Rail Pass lohnt sich bei mehreren Städten auf der Route.
Kann man Geishas in Gion einfach fotografieren?+
Maiko und Geiko sind Berufstätige auf dem Weg zu Terminen, spontane Fotos aus der Nähe gelten als unhöflich und sind in Teilen von Gion mittlerweile sogar untersagt – aus Respekt lieber aus der Distanz.
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