Karlovy Vary: Kolonnaden, Kurbecher und heiße Quellen im Ausschank
Karlovy Vary, das alte Karlsbad, verdankt seinen Ruhm 13 heißen Mineralquellen, die bis heute frei zugänglich aus prunkvollen Kolonnaden sprudeln. Die Stadt liegt eng im Tal der Teplá, gesäumt von pastellfarbenen Jugendstilfassaden, die einst Goethe, Beethoven und Zar Peter den Großen als Kurgäste anzogen. Wer hier ankommt, sollte unbedingt einen Kurbecher mitbringen – ohne ihn fühlt man sich schnell wie ein Außenseiter unter den Thermaltrinkern.
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Mlýnská kolonáda (Mühlbrunnkolonnade)
Die monumentalste der Wandelhallen im Neorenaissance-Stil, entworfen von Josef Zítek, mit fünf Quellen unter einem Dach.
Tržní kolonáda (Marktkolonnade)
Filigrane weiße Holzkonstruktion im Schweizer Stil direkt gegenüber dem Kurhaus, hier sprudelt unter anderem die Sprudel-Quelle.
Vřídlo (Sprudel)
Die stärkste Quelle der Stadt schießt bis zu 12 Meter hoch aus einer eigenen Glashalle, der Vřídelní kolonáda.
Kirche St. Maria Magdalena
Barockkirche von Kilian Ignaz Dientzenhofer hoch über der Altstadt, sichtbar von fast jedem Punkt im Zentrum.
Diana-Aussichtsturm
Mit der Standseilbahn erreichbarer Turm über den Dächern der Stadt mit Panoramablick auf das Tal und die Kolonnaden.
Grandhotel Pupp
Legendäres Kurhotel seit 1701, Drehort mehrerer James-Bond- und Grand-Budapest-Hotel-Szenen, berühmt für seine Ballsäle.
Jan-Becher-Museum
Museum in der historischen Brennerei des Kräuterlikörs Becherovka mit Verkostung des Originalrezepts von 1807.
Ein Beispieltag
Essen & Trinken
Die böhmische Kurküche verbindet deftige Hausmannskost mit süßen Klassikern, die man in den Cafés rund um die Kolonnaden probieren sollte.
Mai bis September bringt warmes Wetter für Spaziergänge durch die Kolonnaden und das Filmfestival Ende Juni/Anfang Juli; der Herbst mit goldenem Laub im Kurpark ist ruhiger und stimmungsvoll, der Winter dagegen empfindlich kalt für lange Wege am Fluss.
Die Altstadt mit allen Kolonnaden ist kompakt und komplett zu Fuß erschließbar, für den Diana-Turm hilft die historische Standseilbahn. Vom Bahnhof Karlovy Vary dolní nádraží fahren häufig Busse ins acht Minuten entfernte Zentrum, ein eigenes Auto braucht man in der engen Altstadt nicht.
Kauft euch gleich am ersten Tag einen Porzellan-Kurbecher mit Schnabel an einem der Stände – nur damit lassen sich die teils sehr heißen und schwefelhaltigen Quellen bequem und stilecht probieren, ohne sich die Finger zu verbrennen.
Häufige Fragen
Kann man das Thermalwasser in Karlovy Vary wirklich trinken?+
Ja, alle 13 öffentlichen Quellen sind zum Trinken freigegeben und kostenlos zugänglich, am besten mit dem klassischen Kurbecher mit Schnabel, da manche Quellen sehr heiß und schwefelhaltig schmecken.
Wie komme ich von Prag nach Karlovy Vary?+
Direkte Busse ab Prag Florenc brauchen etwa zwei Stunden und sind meist schneller und bequemer als die Bahnverbindung mit Umstieg.
Braucht man mehr als einen Tag in Karlovy Vary?+
Ein Tag reicht für Kolonnaden, Diana-Turm und Becherovka-Museum, für einen entspannten Kuraufenthalt mit Spa-Anwendungen empfehlen sich aber zwei bis drei Nächte.
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